Chronik des Karnevals und des Rosenmontagszuges in Kirch-Grottenherten

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Antike Ausgelassenheit – die Anfänge des bunten Treibens auf den Straßen

Auf der Suche nach den Anfängen eines bunten Treibens auf den Straßen muss man etwa 2.000 Jahre zurückblicken, in die Zeit der römischen Kolonisation des Rheinlands, hier insbesondere nach Köln. Aus einem Legionslager mit den dort angesiedelten Ubiern war eine römische Stadt geworden - Colonia Claudia Ara Agrippinesium. Und fortan hatte die Bevölkerung das Recht, die gleichen Feste zu feiern wie die Romer selbst. In der Hauptstadt Niedergermaniens lebte ein buntes Völkergemisch, das seine Götter, Kulte und Feste in unserem Raum etablierte.

So kamen spätestens während des zweiten nachchristlichen Jahrhunderts hellenistisch-orientalische Mysterienkulte zu uns. Besonders aber wurden zwei bedeutsame römischen Feste am Rhein gefeiert - Vorläufer fastnachtlicher Freuden und narrischer Ausgelassenheit, die bereits Formen des heutigen Straßenkarnevals beinhalteten.

Bei den Saturnalien, dem großen Freudenfest im Dezember, zogen narrische Gruppen, Wachsfackeln tragend, lärmend durch die Stadt, manche vermummt. Auch die Lupercalien, die im römischen Weltreich am 15. Februar stattfan-den, beinhalteten Elemente des späteren Karnevals. In Vorbereitung auf das Erwachen der Natur waren sie ein Sühne- und Reinigungsfest. Februar(e) bedeutet Reinigungsopfer (februare = reinigen). In einer Sühneprozession zog man durch die Stadt, mit einem Ziegenfell bekleidet. Man schlug entgegenkommenden Frauen mit einem vom Fell des geopferten Bocks gefertigten Riemen, was der Fruchtbarkeit förderlich sein sollte. Möglicherweise ist das Schlagen mit der Karnevalspritsche auf den alten Brauch zurückzuführen.

Wie in fast allen Kulturen der antiken Welt gehörte zum ausgelassenen Treiben auch im Rheinland das Narrenschiff, ein Festwagen in Schiffsform.                          

 Abbildung: Narrenschiff aus der Römerzeit

Die Entwicklung karnevalistischer Umzüge in der Domstadt Köln

Am 10. Februar 1578 ,,uff Montag zu klein Fastabend, als das folk frolich ware und sich vermomment, gedacht ich mich euch etwas zu vermachen und narrisch zu sein" - so schrieb der Köllner Ratsherr Hermann von Weinsberg in sein Tagebuch.

Der Rosenmontag war fester Bestandteil des mittlerweile christlich umgedeuteten heidnischen Festes. Im 12. Jahr-hundert steht das urkundlich belegte Wort ,,vastavent" in einem eindeutigen Bezug zur Fastenzeit, der Begriff ,,Carneval" (lat. carne vale = Fleisch lebe wohl) taucht in den Kölner Stadtakten erstmals um 1780 auf, begann doch mit dem Aschermittwoch die Zeit strenger Fasten- und Bußübungen. Im Hinblick auf diese 40-tagige Fastenzeit durfte man noch einmal ,,auf Vorrat" lustig sein.

Bei den Umzügen ging es oft nicht sehr gesittet zu, was zu empfindlichen Strafen seitens der Obrigkeit führte. So erging es im Jahre 1441 zum Beispiel dem Wirt Johann van Ghynt. Er hatte das religiöse Empfinden seiner Mitmenschen verletzt, indem er mit etlichen gleichgesinnten Kumpanen als Reliquienprozession durch die Straßen gezogen war. Auf den Schrein setzte der Trupp aus drei Männern und einer Frau eine Art Popanz. Weihwedel und Fahnen gehörten zur eigentümlichen ,,Maskerade".

Trotz aller obrigkeitlichen Gesetze und der kirchlichen Widerstände waren die ,,Tollen Tage" nicht zu unterbinden. Ein Zeitgenosse schildert, was im 17. Jahrhundert geschah, nachdem von den ,,Altanen des Rathauses öffentlich die Freiheit ausgerufen wurde: Nun begann das tolle Treiben auf allen Gassen (...) Einzelne Masken und kleine Züge derselben erschienen bei Bekannten, um mit Ihnen die Straßen zu durchziehen."

Zu erwähnen sind noch die „Banden", lustige Umzüge der Handwerksgesellen, die durch das karnevalistische Köln „trecke“. Deren Nachfolger sind die heutigen „Veedelszöch“. Die Banden dürften auch Vorläufer für die unorganisierten Umzüge in den Städten und Dörfern des Rhein- und Erftlandes gewesen sein.

Abbildung : Umzug der Banden durch Köln im 18. Jahrhundert

Nachdem die Franzosen 1794 Köln eingenommen hatten, wurde zunächst jegliches Karnevalstreiben verboten, hatten die Besatzer doch Sorge, dass Maskierte unerkannt Widerstand gegen sie organisieren konnten. Das lag sicherlich aber auch an der vulgären Art und Weise, wie damals gefeiert wurde. Der Königlich Bayerische Hofrat Albert Klebe, der im Jahre 1800 in Köln verweilte, schrieb:

„Alle Wirtshäuser ertönen von Musik und Glaserklang und dem Brüllen und Jauchzen des besoffenen Pöbels. Er trieb sich bei Tage zu Pferd und Wagen auf den Straßen in scheußlichen Masken (...). Allein an diesen maskierten Personen beiderlei Geschlechts konnte man sehen, auf welcher niedrigen Stufe von Bildung und Geschmack das Volk von KöIn noch stehet."

Doch der Kölner ließ sich auf Dauer das Fastelovend feiern nicht verbieten -ganz gleich, wer gerade das Sagen hatte. Bis ins 20. Jahrhundert fassten viele Cliquen immer wieder spontan den Entschluss: ,,Mer maache ne Zoch", was sich noch bis vor einigen Jahren bei den Geisterzügen am Karnevalssamstag zeigte.

Doch die Zeit der ausschließlich spontanen Umzüge fand 1823 in Köln ein Ende.

Abbildung : Karnevalszug auf dem Neumarkt Im Jahre 1838

Am 10. Februar 1823 zog der erste organisierte Rosenmontagszug durch die Straßen - ganz vorne die Roten Funken, am Schluss der ,,Held Karneval", Vorläufer des Prinz Karneval. Das ,,Festkomitee Kölner Karneval" richtete van nun an die Rosenmontagszüge aus, die im Laufe der Jahre zu einem Publikumsmagneten und bedeutenden Wirtschaftsfaktor für die Domstadt wurden.

Tradition der Umzüge in der Schloßstadt Bedburg

Erste Belege karnevalistischen Treibens in Bedburg sind für die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts vorhanden, wobei sicherlich das Fastelovendsgeschehen in Köln als Vorbild anzusehen ist. Immerhin gibt es seit Jahrhunderten enge Beziehungen zwischen der Domstadt und dem Städtchen an der Erft. Anfangs war nur der unorganisierte Straßenkarneval verbreitet, bei dem der ,,Rummelspott"1 zur typischen Ausrüstung der Jecken gehörte. Neben den Erwachsenen waren auch die Kinder am Karnevalsfest beteiligt. Überliefert sind die „Heischgänge“ bei denen die Kinder Kuchen und Weißbrot sammelten. Der Rundgang der Kinder durch Bedburg verlief scheinbar immer gleich, denn die Routen der späteren Karnevalszüge in der Stadt weisen auf einen traditionellen Rundgang hin. 1886 wurde die Bedburger Narrenzunft gegründet, die älteste Karnevalsgesellschaft im Stadtgebiet.

1 Rummelspott = irdener Topf, Ober dessen Öffnung feine Schweinehaut gespannt war. In der Mitte des Felles war ein kurzes Rohrstuck oder ein dickes Halmstuck mit einer Schnur befestigt. Mit angefeuchtetem Daumen und Zeigefinger wurde der Halm auf- und abwärts gestrichen und das Fell in Schwingung versetzt. Dabel wurde ein ohrenbetäubender dumpfer, hoher Ton erzeugt.

Im Anzeigenteil des Erftboten vom 24. Februar 1892 ist neben der BNZ die Existenz von zwei weiteren Karnevals-gesellschaften belegt, von denen die ,,Gesellschaft Knalle" 1892 einen Karnevalszug organisierte, an dem sich auch die ,,Radaubrüder" beteiligten. Diese Aktivitäten belegen, dass neben der BNZ - aus dem Handwerk und Bürgertum entstanden - auch die zunehmend selbstbewusster werdende Arbeiterschaft einen eigenen, organisierten Karneval feiern wollte und konnte.

Die BNZ beteiligte sich nicht, sondern richtete in jenem Jahr nur einen Maskenball aus. Als ,,Hausorchester" fungierte dabei 1892 erstmals die Musikkapelle Herzogenrath aus Grottenherten.

Ein Jahr später aber war es die BNZ, die einen ,,Maskenzug" ausrichtete. Er lockte wohl auch Schaulustige aus den Nachbarkommunen an, denn man ging erst nach Eintreffen des Personenzuges aus Elsdorf um 15:05 Uhr ab Bahnstraße los.

In unregelmäßigen Abstanden - je nach finanzieller Lage - fanden in Bedburg am Karnevalssonntag oder Rosenmontag Umzüge statt, was bis Ende der 70-er Jahre des letzten Jahrhunderts so bleiben sollte.

1936 wurde der letzte Vorkriegszug ausgerichtet. Der 2. Weltkrieg brachte nicht nur unseliges Leid über die Menschheit, er ließ für einige Jahre auch das Karnevalstreiben sterben. Nachdem die britische Besatzungsmacht das Vermummungsverbot aufgehoben hatte, fanden zunächst sogenannte ,,Kappenfahrten" statt. BNZ und Ritter em Ulk zogen durch die Straßen. Schließlich zog im Jahr 1951 wieder ein „echter“ Rosenmontagszug mit Se. Tollität Wilhelm-Heinrich I. (Wolter) an der Spitze durch das Städtchen.

Erst seit etwa 1978 findet in „Bebber“ (Bedburg) alljährlich ein Umzug am Karnevalssonntag statt, bei dem neben den vielen Gruppen die sich aus Vereinen, Nachbarschaften und Freundeskreisen rekrutieren, insbesondere die großen Corps der BNZ und der KG“ Bedburger Ritter em Ulk“ für eine farbenprächtiges Bild sorgen.

Anfänge des organisierten Straßenkarnevals in Kirch-Grottenherten

In uralter Zeit endete die dunkle Jahreszeit mit dem 2. Februar. An jenem Tag trieb man die Geister aus dem Haus, damit der helle Abschnitt des Jahres beginnen konnte. Dieses heidnische Fest wurde nach der Christianisierung aufgeteilt in St. Blasius, Maria Lichtmess und Karneval. Zur Vertreibung der Geister dienten Lichter (die Kerzen beim Blasius-Segen), Feuer und Lärminstrumente (,,de decke Trumm"). Das Jagen verkleideter Schreckgestalten mit der ,,Pritsch" war nicht nur ein Fruchtbarkeitsritual, sondern versinnbildlichte auch die Vertreibung des Winters.

Der organisierte Straßenkarneval hat in Kirch-Grottenherten nicht die Tradition wie in Bedburg. Man darf vielleicht die These aufstellen, dass in den Ortschaften des ehemaligen kurkölnischen Gebietes das karnevalistische Brauchtum ältere Wurzeln als im Bereich des früheren Herzogtums Jülich besitzt.

Vor dem Krieg waren es in unserem Doppelort nur die Kinder, die kostümiert und mit einer Pritsche bewaffnet in kleinen Gruppen durch das Dorf zogen. Die Erwachsenen feierten Karneval in den Sälen. So fanden u.a. Kostümballe mit humoristischen Einlagen im Festsaal von Breuer oder Clemens statt. An Weiberfastnacht existierte bei uns neben dem typischen Möhnenspektakel ein beliebtes Spiel, dass Frauen im Nachthemd, mit einer Kerze in der Hand durch den Saal gingen und ,,ihre Männer suchten".

Mit Ausbruch des Krieges wurden sämtlichen Belustigungen, also auch das Karnevalsfest eingestellt. Kriegsopfer an der Front, Bombenopfer im Dorf und der andauernde Luftalarm ließen keinen Raum für ausgelassenes Feiern. Und auch nach Kriegsende stand den Menschen zunächst der Kopf nicht nach Fastelovend. Zu groß war anfänglich die Not. Darüber hinaus untersagte die Militärregierung an-fangs jegliches Vermummen.

Doch schon bald sehnte man sich - obwohl all die schrecklichen Jahren noch immer im Bewusstsein - nach ein wenig Aufmunterung und Abwechslung vom tristen Alltag.

Mit der Währungsumstellung im Juni 1948 war die größte Not vorbei, viele Gefangene waren aus russischen oder amerikanischen Lagern nach Hause gekommen. Diese neue Aufbruchsstimmung zeigte sich auch im Karneval. Am 11.11.1948 wurde in der Gaststatte Holten die Karnevalsgesellschaft ,,Nette ruhige Leut" gegründet. ,,Hurra, hurra, mer levve noch" - diese Zeilen des Vereinsliedes spiegeln das Empfinden jener Zeit zutreffend wieder.

Überraschend ist, dass bereits am Rosenmontag des Jahres 1947 ein Karnevalszug durch den Doppelort zog - der erste in der Geschichte von Kirch-Grottenherten. Doch war dies nur ein erster Versuch, organisierten Straßenkarneval in unserem Dorf zu feiern. Bereits Anfang der 50-er Jahre wurde das Vorhaben wieder eingestellt - möglicherweise aus Geldmangel oder aber, weil es an Persönlichkeiten fehlte, die das Ziel hatten, den Rosenmontagszug langfristig zu etablieren. Es fehlte die langjährige Tradition, die auch dann, wenn es kurzfristig zu Schwierigkeiten kommt, in ihrer Existenz nicht bedroht ist.

Abbildung: Erster Karnevalsumzug in Kirchherten 1947

Fidele Geister - Geburtshelfer für den neuen Rosenmontagszug in unserem Doppelort

Fast zehn Jahre lang spielte sich das Karnevalsgeschehen in Kirch-Grottenherten wieder ausschließlich in den Sälen ab. Offenbar war man damit zufrieden, besuchte hier und da die Karnevalsumzüge in den umliegenden Ortschaften. Doch es gab anscheinend einige Männer, die auf Dauer mit dem reinen Sitzungskarneval nicht mehr zufrieden waren. Am Rosenmontag des Jahres 1960, es war ein klarer, aber kalter Tag, entstand bei den „Fidelen Geistern" die Schnapsidee, einen Umzug durch unser Dorf zu veranstalten. Sie montierten auf Wagen des holländischen Gemüseanbauers Pit vier Schweinekästen, die sie sich bei Landwirten ausgeliehen hatten. In diese „Ferkeskisten" setze man sich hinein, zog durch die Straßen, sang fröhlich Wein- und Karnevalslieder. Die jecken Akteure waren Friedrich Baum, Johann Fischermann, Walter Gnech, Adam Hamacher, Peter-Hermann Hemmerich, Willi Herzogenrath, Theo Hoven, Theo Kerstges, Christian Köcher, Willi Köcher, Heinz Küpper, Toni Krings-Leufgen, Reiner Schmitz, Werner Uerlings, Willi Weinhag und Alfred Zillessen. Sie kehrten in den Gaststätten ein, um ein wenig ihre Stimmen zu „ölen". Aber auch in einigen Privathäusern, an denen sie vorbeizogen und sangen, gab es die eine oder andere Stärkung. Die Bewohner von Kirch-Grottenherten erlebten einen Rosenmontag wie schon lange nicht mehr. Mancher bekam Lust, die Tradition von 1947 wieder neu zu beleben.

Abbildung: Die Fidelen Geister 1962

Der Begriff „Rosenmontag" steht in keinem Bezug zur Blume, sondern ist abzuleiten von „roose" = rasen. Rasant sollte auch die Entwicklung des Umzuges in unserem Dorf sein.

Im folgenden Jahr 1961 zogen die „Fidelen Geister", mit Frack und Zylinder ausgestattet, schon mit Musikinstrumenten durch die Straßen. Einige Jecken schlossen sich ihnen bereits an. Von da an nahm die Teilnehmerzahl stetig zu — gewollt und organisiert,

1962 hatten begeisterte Karnevalisten bereits einen Prunkwagen erbaut, der hinter den Fidelen Geistern und einer kleinen Schar von Fußjecken durch unseren Doppelort fuhr. Im Jahre 1963 konnte man schon drei Festwagen im Zug zählen, ein Jahr später waren es bereits fünf festlich geschmückte Wagen. Jetzt konnte man schon mit Recht von einem Rosenmontagszug sprechen. Waren es bis dahin vor allem Freunde und Bekannte der „Fidelen Geister", so schloss sich im Jahr 1964 bereits der erste Dorfverein, der „Kickerclub" dem fröhlichen Treiben an. Aus kleinen Anfängen war eine „jecke Bewegung" geworden, an der sich immer mehr Menschen und Gruppen beteiligten.

1965 zählte man bereits acht Festwagen und drei Fußgruppen. Die Vorbereitungen für den Zug begannen Monate vorher. Der Wagenbau fand u.a. in den Schreinereien Froitzheim und Mathea sowje bei Ilbertz statt. Johann Franken brachte vom RLB Jute in Rollen mit, die als Bespannung dienen sollte. Viele Hände packten mit an, damit der Zug ein Highlight im Festkalender des Jahres werden sollte.

Neben den Fidelen Geistern, den Gründungsvätern des Zuges, nahmen in jenem Jahr die Gemeinschaft Gottesacker mit einem „Chinesenwagen", die Gemeinschaft Fließ mit dem Mottowagen „Alles unter einem Hut", die Fußgruppe der Roten Funken sowie die Dorfjugend mit einem Wagen teil, der die damals bis ins letzte Dorf überschwappende „Beatwelle" zum Motto hatte. Ebenfalls mit einem Wagen dabei war auch die KG „Nette ruhige Leut" sowie, wie bereits ein Jahr zuvor, der Kickerclub, der gleich zwei Wagen stellte. Sie hatten zum Motto „Schneewittchen und die sieben Zwerge" und „Die Spätheimkehrer". Von Jahr zu Jahr wurden es immer mehr, die beim Rosenmontagszug mitmachen wollten.

1966 nahmen 17 Wagen und 10 Fußgruppen am Zug teil, unter anderen: die Gemeinschaft  Fließ mit einem „Storchenwagen" einer Clownsgruppe und den Roten Funken. Die Gemeinschaft Gottesacker, die als Musketiere auftrat,  der Kickerclub (siehe vorige Seite) mit zwei Wagen und die Gruppe um Günter Becker mit dem Wagen „Die Gammler". Doch es waren nicht nur die Festwagen, sondern die vielen Fußgruppen, die den Zug bunt und attraktiv machten. Ihre Nähe zu den Schaulustigen, die in immer größerer Zahl nach Kirch-Grottenherten strömten, machte den Umzug zu einem besonderen Ereignis im nördlichen Kreis Bergheim.

Ein Festkomitee richtet den Rosenmontagszug aus.

Die zunehmende Zahl von Teilnehmeren und Besuchern, auch von außerhalb, erforderte mit der Zeit eine neue Organisationsstruktur. Im Jahr 1967 hatten sich die meisten Dorfvereine zu einem „Festkomoitee Kirch-Grottenhertener Karneval“ zusammengeschlossen. Zum Vorsitzenden wurde Michael Huppertz gewählt.

Das Ergebnis des gemeinsamen Handelns konnte sich sehen lassen. Der Rosenmontagszug 1967 setzte sich aus 21 Festwagen, 17 Fußgruppen, drei Musikkapellen und einem Lautsprecherwagen zusammen. Einige Wagen sollen exemplarisch Erwähnung finden: das „Piratenschiff“ der Gemeinschaft Pulverturm, der „Amelner Johann“ von den Fidelen geistern sowie der Wagen „Zum feuchten Amboss“. Einen bosonders reizenden Anblick boten die „Kätzchen“ des Faustballclubs.

Die gewonnenen Erkenntnisse führten zum Schluss, dass man noch mehr Mitglieder im Komitee benötigte. Manch einer ließ sich überreden mitzumachen. 1968 setzte sich Ein Festkomitee richtet den Rosenmontagszug aus dem Komitee aus folgenden Personen zusammen: Fred Braun, Michael Huppertz, Theo Kerstges, Günter Müller, Gerhard Offermanns und Konrad Uerlings.

Weiteres folgt in Kürze!